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23.06. 16.00 Uhr Espen Rasmussen Live Talk moderiert von Stephanie Bunk
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In seiner Arbeit konzentriert sich Espen Rasmussen in der Regel auf humanitäre Fragen und die Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. An seinem jüngsten Projekt “The Longest Day” arbeitet er, seit er am 13. März mit seiner schwangeren Partnerin Julia und seinen Kindern in die Isolation gegangen ist. Zwei Monate lang begleitete er seine drei Kinder und Julia auf dem Weg zu der Geburt während des Lockdowns in Norwegen. In seinem „ersten persönlichen Projekt” produzierte Espen Rasmussen intime, atmosphärische Bilder seines Lebens zu Hause, die die alltäglichen Routinen, die heimtückische Angst und die bewegende Menschlichkeit in der Corona-Krise zeigen. Für unser Thema des Tages „Im Krisenmodus” sprach Espen Rasmussen über „Die Krisen vor der Haustür – Fotografieren während Covid-19″.

espen rassmussen
Zwei Männer, die gerade auf der griechischen Insel Lesbos angekommen sind, wärmen sich mit Foliendecken, während sie zwei Schlauchboote mit syrischen Flüchtlingen beobachten, die sich von der türkischen Küste kommend dem Strand nähern.

espen rasmussen
Aus dem Projekt „White Rage Europe“. Moskau, Russland. “Die Temperatur liegt unter minus 30 Grad Celsius, und die Mitglieder von PPDM – Straight Edge Father Frost Mode – machen Eisbaden in einem Park in Moskau. Die Gruppe ist eine Straight-Edge-Gruppe, die für einen gesunden Lebensstil wirbt. Kein Rauchen, keinen Alkohol, dafür ein Kampf gegen den modernen Verfall. Sie kümmern sich um die klassische Familie, und die Nation ist Teil ihres Glaubens. Ihre trainierten Körper sind mit Nazi-Tattoos wie Hakenkreuzen, SS-Symbolen, deutschen Soldaten und nordischer Mythologie bedeckt. Im Frühjahr 2016 starten wir eine einjährige Reise zu einigen der dunkelsten Orte Europas; zu Faschisten, Nazis, Muslim-Hassern, Nationalisten und Rechtspopulisten in 14 Ländern. Was treibt sie an? Warum hassen sie?”

espen rasmussen
Aus dem Projekt „Transit“. Ein berittener Janjaweed-Milizionär in der Nähe der Grenze zum Tschad. Die Janjaweed (so viel wie „Teufel auf Pferden”) terrorisieren die einheimische Bevölkerung Darfurs seit 2003.

Espen Rasmussen
Aus dem Projekt ‘The Longest Day‘, 19. März 2020. „Ich begann, das Leben meiner schwangeren Partnerin Julia am 13. März 2020 zu dokumentieren, dem ersten Tag, an dem wir uns wegen des Corona-Ausbruchs in Norwegen völlig isoliert haben. Julia ist schwanger, und die Geburt wird für den 17. April erwartet. Wir leben zusammen mit meinen drei Kindern Milla, Fillip und Matheo in unserem Haus außerhalb von Oslo. Julia schreibt ein Tagebuch über dieses neue Leben: die Angst, das Unbekannte, wie wir damit umgehen, unter diesen Umständen alle zusammen für viele Wochen in einem Haus zu leben. Wegen der Schwangerschaft und meiner Diabetes 1-Erkrankung haben wir uns entschieden, uns vollständig selbst zu isolieren. Wir kaufen einmal pro Woche früh morgens um 7 Uhr ein. Die Kinder bleiben zu Hause ohne Kontakt zu ihren Freunden und verlassen das Haus nur, wenn es unbedingt notwendig ist. Das Händewaschen wird streng kontrolliert. Zusammen mit dem Tagebuch meiner Partnerin ist dies eine Dokumentation über den Weg zur Geburt in Zeiten des Lockdowns, die Herausforderungen und Ängste in einem Land, das über Ressourcen verfügt, um seiner Bevölkerung zu helfen.“

Der Live Talk wurde gehostet von VII Photo.

Alle unser Angebote sind kostenlos. Du darfst aber gerne für das Festival spenden. Jeder Betrag ist willkommen. Spenden.

Espen Rasmussen

Espen Rasmussen (* 1976) lebt in Nesodden, in der Nähe von Oslo, Norwegen. Er arbeitet ständig an eigenen Fotoprojekten. Er ist Mitglied von VII und Fotoredakteur bei der VG, der größten Tageszeitung Norwegens. Espen hat zahlreiche Auszeichnungen für seine Arbeit gewonnen, darunter drei World Press Photo Awards, mehrere Preise beim Picture of the Year international (POYi) und 45 Auszeichnungen beim norwegischen Bild des Jahres, darunter als Fotograf des Jahres 2015, 2016 und 2018 sowie den Hauptpreis Bild des Jahres 2004 und 2016. Im Jahr 2008 wurde er von Photo District News in den angesehenen „PDNs 30 — New and Emerging Photographers to Watch“ gelistet. 2007 erhielt Espen 60.000 Dollar von der Freedom of Expression Foundation, um sein Langzeitprojekt über Flüchtlinge und Binnenvertriebene auf der ganzen Welt, das 2011 als Buch TRANSIT sowie in einer großen Ausstellung veröffentlicht wurde, fortzusetzen. Rasmussen ist freiberuflicher Dozent für Fotografie an Schulen wie dem Oslo University College und der Bilder Nordic School of Photography. Er führt auch häufig Präsentationen auf Fotofestivals sowie für ein breiteres Publikum durch. Seit neun Jahren ist er einer von drei Redakteuren/Mentoren beim Norwegian Journal of Photography (NJP). Seine Arbeiten wurden unter anderem im Nobel Peace Center (Oslo), The Humanity House (Den Haag), UNHCR-Hauptquartier (Genf) und Copenhagen Photo Festival ausgestellt. Seine Arbeiten erschienen in Magazinen wie Time, Newsweek, National Geographic, Paris Match, L’Espresso, Der Spiegel und dem Economist sowie in Zeitungen wie The Guardian, The Sunday Telegraph und New York Times.